Industrieöfen sind essenzielle Anlagen in zahlreichen Produktions- und Bearbeitungsprozessen. Sie ermöglichen kontrollierte Wärmebehandlungen, beeinflussen Materialeigenschaften präzise und sichern reproduzierbare Ergebnisse. Die Auswahl des richtigen Ofentyps ist dabei entscheidend: Nicht jeder Industrieofen eignet sich für jede Anwendung. Temperaturbereiche, Chargengröße und -gewicht, Materialien und Prozessanforderungen bestimmen, welches System optimal ist.
Kammeröfen mit und ohne Umluft – universell einsetzbare Allrounder
Kammeröfen zählen zu den am weitesten verbreiteten Industrieofen-Arten. Ihre Bauweise ist simpel und gleichzeitig äußerst robust. Die Werkstücke werden in eine gut isolierte, statische Kammer eingelegt, die oft mehrseitig beheizt wird, was u.a. für gleichmäßige Temperaturverteilung sorgt.
Kammeröfen eignen sich für eine Vielzahl von thermischen Prozessen:
- Härten
- Anlassen
- Vergüten
- Normalglühen
- Spannungsarmglühen
- Vorwärmen von Werkzeugen und Bauteilen
- Trocknen
- Tempern
Durch ihre Flexibilität und die überschaubaren Betriebskosten sind Kammeröfen besonders interessant für kleine und mittelständische Betriebe, aber auch für Forschungseinrichtungen, Labore und den Werkzeugbau. Sie punkten mit einfacher Bedienbarkeit, langer Lebensdauer und hoher Temperaturstabilität. Kammeröfen sind auch ideal geeignet für Unternehmen, die verschiedene Wärmeprozesse mit möglichst nur einem Ofentyp abdecken möchten.
Schröder Industrieöfen bietet Ihnen verschiedene spezialisierte Kammerofen-Modelle an, die unterschiedliche Temperaturbereiche abdecken und somit verschiedene Anwendungsfälle ermöglichen. Hier die wichtigsten Beispiele:
- SV MK II – Kammerofen bis 300 °C : ideal für Trocknungs-, Vorwärm- und Temperprozesse im niedrigen Temperaturbereich sowie für Anwendungen, bei denen konstante Temperaturen und eine optimale Temperaturgleichmäßigkeit gefragt sind.
- PP – kleiner Umluft-Kammerofen bis 850 °C: geeignet für anspruchsvollere Wärmebehandlungen wie Anlassen, Glühen, Spannungsarmglühen oder andere Prozesse, die hohe Temperaturen und trotzdem eine sehr gute Temperaturgleichmäßigkeit erfordern.
- KNC/H – großer Umluft-Kammerofen bis 850 °C: in der Funktionsweise dem PP-Ofen sehr ähnlich, aber besonders geeignet für schwerere und größere Bauteile oder Gitterboxen, die mit dem Stapler oder Elektro-Hubwagen chargiert werden sollen.
- ASM – Glüh- und Härteofen bis 1320 °C: insbesondere dann gefragt, wenn Kleinteile, Ersatzteile, Prototypen oder reparierte Teile unter Normalatmosphäre oder im Schutzgaskasten möglichst einfach und preiswert oder besonders kurzfristig gehärtet oder bei bei hohen Temperaturen geglüht werden müssen.
Herdwagenöfen – optimal für sehr große, schwere oder sperrige Bauteile
Herdwagenöfen verfügen über einen ausfahrbaren Ofenboden (Herdwagen), auf dem Werkstücke insbesondere auch mit dem Kran bequem positioniert werden können. Anschließend wird der Wagen in die Ofenkammer gefahren, die Tür geschlossen und der Prozess startet. Diese Konstruktion bietet wesentliche Vorteile, vor allem bei der Wärmebehandlung massiver Komponenten wie:
- Walzen
- Werkzeuge
- Stahlblöcke
- Großbauteile aus Guss
Da das Beladen von der Seite oder von oben möglich ist, lassen sich große und schwere Werkstücke besonders sicher und ergonomisch handhaben.
Herdwagenöfen bieten viel Platz, können auch sehr schwere Teile unproblematisch und sicher bewegen und ermöglichen das energieeffiziente Erwärmen von großen Chargen.
Schröder Industrieöfen bietet Ihnen mit den Herdwagen-Umluftöfen CTH, SVK und VKNC robuste Modelle für unterschiedliche Temperaturbereiche, die speziell für den täglichen Einsatz in Industrie und Handwerk entwickelt wurden. Dank des ausfahrbaren Herdwagens lassen sich die Öfen besonders ergonomisch beschicken – wahlweise mit Kran oder Gabelstapler. Die Wahl zwischen Schwenk- oder Hubtür sowie die Möglichkeit von Unterflur-Schienen sorgt zusätzlich für maximale Flexibilität und Anpassung an die beim Kunden vorhandenen Platzverhältnisse in der Produktion, was sie trotz ihrer Größe auch für beengte Fertigungsumgebungen ideal macht.
Die CTH-Herdwagenöfen mit einer Maximaltemperatur von bis zu 1320 °C werden insbesondere in der Keramikindustrie und der Glasindustrie eingesetzt, sind aber auch zum Glühen von großen Edelstahlbauteilen sowie als preisgünstige Variante für das Spannungsarmglühen geeignet.
Die SVK-Herdwagenöfen sind in verschiedenen Temperaturstufen erhältlich:
- als Variante mit maximal 250 °C
- als Version mit maximal 450 °C
SVK-Öfen finden Ihre Anwendung vor allem beim Trocknen großer und/oder schwerer Bauteile. Als typische Beispiele sind Maschinenteile nach dem Lackieren oder Beschichten zu nennen, aber auch …(LAC-Seite für weitere Anwendungsbeispiele checken).
Die VKNC-Herdwagenöfen sind ebenfalls in zwei verschiedenen Temperaturstufen erhältlich:
- als Variante mit maximal 650 °C
- als Version mit maximal 850 °C
VKNC-Öfen stehen oft in Betrieben, in denen große Werkzeuge vor und nach dem Schweißen präzise wärmebehandelt werden müssen, um Rissbildung im Stahl zu vermeiden. Aber auch das Anlassen und Glühen großer Bauteile oder von größeren Mengen an Schüttgut wird oft und gerne in VKNC-Öfen durchgeführt. Die hervorragende Temperaturgleichmäßigkeit – durch die Umluft auch schon bei niedrigen Temperaturen – in Verbindung mit der hohen Maximaltemperatur macht den VKNC-Ofen zu einem unglaublich vielseitigen Produkt.
Anlass- und Temperöfen – für die finale Einstellung der Werkstoffeigenschaften
Nach dem Härten müssen viele Werkstoffe angelassen oder getempert werden, um innere Spannungen abzubauen und die gewünschte Kombination aus Härte und Zähigkeit zu erreichen.
Anlassöfen bieten präzise Temperaturführung im unteren bis mittleren Bereich (typisch 150–650 °C) und sind unverzichtbar in:
- Werkzeugbau
- Maschinenbau
- Metallverarbeitung
- Produktion von Präzisionsbauteilen
Ihre große Stärke liegt in der Genauigkeit, denn bereits wenige Grad Abweichung können das endgültige Materialverhalten stark beeinflussen.
Schröder Industrieöfen bietet Ihnen in diesem Bereich zwei professionelle Modellreihen an, die jeweils in verschiedenen Baugrößen erhältlich sind und damit flexibel an den Bedarf unterschiedlicher Branchen angepasst werden können. Je nach Prozessanforderung stehen Anlass- und Temperöfen für Temperaturstufen bis 450 °C oder bis 850 °C zur Verfügung.
Damit lassen sich sowohl Niedertemperaturprozesse wie Anlassen oder Trocknen als auch höherwertige Wärmebehandlungen wie Normalglühen oder Spannungsarmglühen effizient abdecken. Unternehmen profitieren dadurch von einer breiten Einsatzspanne und hoher Prozesssicherheit – unabhängig davon, ob kleine Bauteile, Serienkomponenten oder große Werkstücke behandelt werden.
Schutzgasöfen und Retortenöfen – Spezialöfen für höchste Prozessanforderungen
Für Prozesse, die eine streng kontrollierte Atmosphäre erfordern (z. B. Argon, Stickstoff oder Formiergas), kommen Schutzgas- oder Retortenöfen zum Einsatz. Sie verhindern Oxidation, ermöglichen definierte Gefügezustände und gewährleisten reproduzierbare Materialqualität.
Schröder Industrieöfen bietet hierfür zwei spezialisierte Modellreihen an:
- PKR-Modellreihe – Schutzgasöfen und Retortenöfen mit Retorte:
Diese Öfen wurden speziell für Wärmebehandlungen in Schutzgasatmosphäre entwickelt und eignen sich ideal für Glüh-, Härte-, Löt- oder Sinterprozesse von Stahl. Durch die Retorte bleibt die Atmosphäre während des gesamten Prozesses stabil und kontrolliert. - PKRC-Modellreihe – Schutzgasöfen und Retortenöfen mit Luftumwälzung:
Sie kombinieren die Vorteile einer definierten Schutzgasatmosphäre mit einer aktiven Luftumwälzung für besonders homogene Temperaturverteilungen. Dies führt zu äußerst gleichmäßigen Prozessergebnissen, auch bei komplexeren Bauteilgeometrien.
Beide Modellreihen bieten eine Maximaltemperatur von 950 °C, wobei bei Verwendung einer Inconel-Retorte kurzzeitig Temperaturen bis 1100 °C möglich sind. Dadurch lassen sich zunderfreie, hochwertige Ergebnisse erzielen – ideal für anspruchsvolle Wärmeprozesse wie Glühen, Härten, Löten oder Sintern von Stahl.

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